Strategie & Risiko | Grundlagen Teil 2/11
Wie viel Geld investieren? Ein einfacher Leitfaden
Aktualisiert: 12. Juni 2026
Als Anfänger Geld investieren – aber wie viel eigentlich? Das ist eine der wichtigsten Fragen, die sich jeder Sparer früh stellt.
Wenn du dir den ersten Teil der Grundlagen aufmerksam durchgelesen hast, weißt du bereits, dass du zunächst deine Finanzen ordnen solltest. Und nachdem du das gemacht hast, kennst du auch deinen finanziellen Überschuss – also den Betrag, den du monatlich sparen oder investieren kannst.
Warum du nicht dein gesamtes verfügbares Geld investieren solltest
Angenommen, dir bleiben am Monatsende 200 Euro übrig, die du theoretisch investieren könntest.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass du diese 200 Euro auch komplett investieren musst. Hast du berücksichtigt, dass du vielleicht auch mal in den Urlaub fahren, auf ein Festival gehen oder dir einfach zwischendurch etwas gönnen möchtest? Sparen bedeutet schließlich nicht Entbehrung. Du willst ja auch noch leben.
Und der bereits angesprochene Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben ist dafür da, finanzielle Engpässe abzufedern – nicht um davon den Sommerurlaub zu bezahlen.
Warum es sinnvoll ist, Sparen und Investieren zu trennen
Deshalb kann es sinnvoll sein, vom tatsächlichen Überschuss noch einmal einen Teil bewusst zurückzulegen und zu sparen. Am besten auf ein separates Tagesgeldkonto, sodass du nicht ständig in Versuchung gerätst, das Geld spontan auszugeben oder zu investieren.
Wie hoch dieser Betrag am Ende ausfällt, hängt natürlich auch von deinen persönlichen Ansprüchen und Zielen ab.
Ein einfaches Beispiel: So könnte deine Aufteilung aussehen
Wenn dir – wie oben angenommen – 200 Euro pro Monat übrig bleiben, könntest du zum Beispiel:
- 50 Euro auf ein Tagesgeldkonto überweisen
- und die verbleibenden 150 Euro investieren
Das hat gleich mehrere Vorteile:
Zum einen erhältst du auf einem Tagesgeldkonto im Gegensatz zum Girokonto zumindest einen kleinen Zinssatz auf dein Geld. Zum anderen schaffst du automatisch eine gewisse psychologische Trennung. Liegt das Geld auf einem separaten Konto, sinkt die Gefahr, es spontan auszugeben. Die verbleibenden 150 Euro könntest du anschließend auf dein Verrechnungskonto einzahlen und damit deinen langfristigen Vermögensaufbau starten.
Da sich dein Einkommen im Laufe deines Arbeitslebens ändern wird, kannst du auch jederzeit deine Investitionssummen anpassen.
Wichtig ist dabei: Auch kleine Beträge lohnen sich grundsätzlich und du musst nicht warten, bis du hohe Summen investieren kannst. Entscheidend sind Zeit und Regelmäßigkeit, nicht der perfekte Startzeitpunkt. Gleichzeitig solltest du aber im Hinterkopf behalten, dass bei sehr kleinen Einzelbeträgen Gebühren einen spürbaren Einfluss haben können – vor allem, wenn pro Kauf fixe Kosten anfallen. Deshalb ist es oft sinnvoll, entweder regelmäßig über Sparpläne zu investieren oder die Beträge etwas zu bündeln, sodass die Kosten im Verhältnis geringer ausfallen.
Warum Daueraufträge so sinnvoll sind
Das Entscheidende ist nicht Timing, sondern Konsequenz.
Und genau dabei helfen Daueraufträge enorm. Am effektivsten funktioniert das oft direkt nach Gehaltseingang.
Du verteilst dein Geld also automatisch:
- Betrag X aufs Tagesgeldkonto
- Betrag Y aufs Verrechnungskonto für Investments
So musst du nicht jeden Monat neu überlegen, ob du sparen oder investieren möchtest – es passiert automatisch.
Wie du langfristig beim Investieren dranbleibst
Natürlich sind alle genannten Zahlen nur Beispiele und persönliche Erfahrungswerte.
Jeder Mensch hat andere Lebensumstände, Ausgaben und Ziele. Was jedoch fast immer gut funktioniert, ist die konsequente Trennung auf verschiedene Konten. Das vermittelt schnell das Gefühl, die eigenen Finanzen besser im Griff zu haben – und genau das motiviert viele Menschen zusätzlich, langfristig dranzubleiben.
Und das Beste daran:
Anpassen kannst du später jederzeit alles – wichtig ist nur, überhaupt zu starten.
Wenn du weißt, wie viel du investieren möchtest, folgt der nächste logische Schritt fast automatisch: die Risiken beim Investieren zu verstehen und richtig einzuordnen. Denn Rendite und Risiko gehören an der Börse untrennbar zusammen.
Meine persönlichen Erfahrungen
Aus eigener Erfahrung kann ich die konsequente Trennung des Geldes direkt zum Zeitpunkt des Gehaltseingangs wärmstens empfehlen. Völlig egal wie hoch die Beträge sind – in dem Moment, in dem sie auf andere Konten verteilt werden, fällt es leicht, sie als abgeschrieben zu betrachten.
In meinem Fall überweise ich meine geplanten Investitionsbeträge auf das Verrechnungskonto. Da dort sämtliches Geld liegt – aus Dividendenausschüttungen, Aktienverkäufen oder dem monatlichen Investitionsbetrag – betrachte ich dieses Konto als eine Art „Firmenkonto“. Das Geld, das dort liegt, ist für mich quasi weg. Auch wenn es meins ist, steht es mir nicht mehr frei zur Verfügung. Es dient einzig und allein dem Investieren und Reinvestieren.
Das ist für mich eine bewusst hohe psychologische Hürde – eine, die ich nicht leichtfertig überwinde, ohne meine eigenen Ziele zu verraten.
Auf dem Tagesgeldkonto – wo auch mein Notgroschen liegt – sammle ich Rücklagen für Urlaub, Möbel und größere Anschaffungen. Deshalb ist meine persönliche Aufteilung am Ende eher 50/50, statt wie im Beispiel oben 25/75.
Und wenn ich doch einmal mehr für Investitionen benötige, kann ich es von dort holen – aber niemals umgekehrt.
Vertiefende Beiträge
Langfristig investieren ist das Eine – die passende Vorgehensweise das Andere. Lerne die Vor- und Nachteile von Einmalkäufen und Sparplänen kennen.
→ Sparplan oder Einmalkauf – welche Strategie passt besser zu dir?
Ein Notgroschen ist dein finanzielles Sicherheitsnetz – aber wie groß er wirklich sein sollte, hängt von deiner Lebenssituation ab.