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Risiken beim Kauf von Aktien

Aktualisiert: 31. Juli 2026

Risiken beim Kauf von Aktien sind der Preis für das, was diese Anlageform so attraktiv macht: die Chance auf überdurchschnittliche Rendite.

Um dieses Ziel zu erreichen und nicht unüberlegt eine schlechte Investition zu tätigen, solltest du zunächst verstehen, welche Risiken dich bei einer Aktieninvestition erwarten können. Nur wenn du die Auswirkungen möglicher schlechter Entscheidungen verstehst, wirst du langfristig Erfolg haben.

Während der Grundlagenartikel „Risiken beim Investieren verstehen“ sich sehr allgemein mit dem Thema befasst, soll sich der nachfolgende Beitrag gezielt mit dem Risiko bei der Investition in Einzelaktien befassen. Zusammen mit dem Beitrag über „Aktienkennzahlen“ hast du nun eine gute Grundlage, die dir bei deiner Entscheidungsfindung zu einem hoffentlich erfolgreichen Investment helfen kann.

Werfen wir deshalb einen Blick auf die wichtigsten Risiken, die dich beim Kauf von Einzelaktien erwarten können:

  • Kursrisiko
  • Insolvenzrisiko
  • Klumpenrisiko
  • Marktliquiditätsrisiko
  • Währungsrisiko
  • Zinsrisiko
  • Bewertungsrisiko
  • Dividendenkürzungsrisiko

Was bedeutet Kursrisiko bei Aktien?

Das Kursrisiko bedeutet nichts anderes als die Schwankungen des Aktienkurses. Diese Schwankungen sind allgegenwärtig und, je nach Markt-, Nachrichten- oder Unternehmenslage, stärker oder schwächer ausgeprägt. Ebenso spielen aktuelle Markttrends oder die Erwartungshaltung der Anleger an Branchen und Unternehmen eine Rolle und nehmen Einfluss auf die Kurse der Aktien. Sie sind letztendlich das Ergebnis von Nachfrage und Angebot an den Handelsplätzen (Börsen).

Die Schwankungen von Aktienkursen nennt man Volatilität. Da Aktienkurse immer schwanken und früher oder später auch ins Minus drehen können, ergibt sich eventuell auch ein Kursverlust für dich – vielleicht sogar unmittelbar nach dem getätigten Kauf. Dies muss nicht unbedingt mit dem von dir gekauften Unternehmen zu tun haben, sondern kann durch äußere Faktoren bestimmt sein. Eine negative Entwicklung bedeutet für dich zunächst nur einen sogenannten „Buchverlust“ – deine Investition verliert an Wert, ohne dass du bereits tatsächlich Geld verloren hast. Wichtig ist zu verstehen, dass der Verlust erst dann „realisiert“ wird, wenn du tatsächlich einen Verkauf tätigst. Solange du weiterhin hältst, besteht nach wie vor die Möglichkeit, dass sich der Kurs erholt und deine Investition wieder ins Plus dreht.

Kursrisiken sind im Kern ein kurz- bis mittelfristiges Phänomen. Je länger dein Anlagehorizont, desto eher gleichen sich Schwankungen historisch betrachtet wieder aus – die Investition in ein „solides“ Unternehmen vorausgesetzt.

Je nachdem, wie gut du selbst mit Kursschwankungen bzw. Buchverlusten umgehen kannst und wie lang dein Anlagehorizont ist, kann es sinnvoll sein, eine Investition durch sogenannte Stop-Loss-Orders abzusichern bzw. mögliche Verluste zu begrenzen. Dabei setzt du nach dem Kauf einer Aktie einen Verkaufsauftrag bei deinem Broker und kannst festlegen, ab welchem prozentualen Verlust ein Verkauf durchgeführt werden soll. Ob eine solche Absicherung sinnvoll ist, hängt jedoch von deiner Strategie ab. Für langfristig orientierte Anleger können automatische Verkäufe allerdings auch Nachteile haben.

Was passiert bei der Insolvenz einer Aktiengesellschaft?

Was bei einer Insolvenz einer Aktiengesellschaft passiert und warum du dabei meistens leer ausgehst, kannst du im Artikel „Aktien einfach erklärt“ erfahren.

Damit du gar nicht erst in Unternehmen investierst, die möglicherweise durch eine Insolvenz bedroht sind, gibt es ein paar Dinge, auf die du vor einer Investition achten solltest. Dazu kann beispielsweise eine hohe Verschuldung bzw. geringe Eigenkapitalquote gehören. Vom Unternehmen ausgegebene Gewinnwarnungen oder mehrfache Anpassungen der Umsatz- und Gewinnerwartungen nach unten können ebenfalls auf Schwierigkeiten hindeuten. Hinweise auf Missmanagement, Liquiditätsengpässe oder der Austausch von Führungspositionen in relativ kurzen zeitlichen Abständen sind Dinge, bei denen du hellhörig werden und genauer hinschauen solltest.

Um das Ganze jedoch richtig einzuordnen: Beinahe jedes Unternehmen durchläuft einmal schwierige Phasen und muss sich gegebenenfalls neu ausrichten. Auch Umsatz- oder Gewinnrückgänge sind nicht zwangsläufig ein Hinweis darauf, dass ein Unternehmen dauerhaft in Schieflage gerät oder gar in die Insolvenz rutscht. Wenn du Zweifel hast, lies dich in die Berichterstattung zum Unternehmen und Analystenschätzungen ein. Natürlich kann man eine „von heute auf morgen“-Insolvenz wie zum Beispiel bei Wirecard nicht ausschließen – dort waren die Umstände, die dazu geführt haben, jedoch Verschleierung und Bilanzbetrug durch Vorsatz des Managements.

Mit einem breit aufgestellten (diversifizierten) Portfolio reduzierst du dein Risiko, einen Totalverlust zu erleiden, erheblich. Deshalb ist es aus Sicht der Risikominimierung unerlässlich, das folgende Risiko zu vermeiden:

Was bedeutet Klumpenrisiko und worin liegt die Gefahr?

Das Klumpenrisiko beschreibt die Gefahr, dass dein Portfolio zu stark auf einzelne Unternehmen, Branchen oder Regionen konzentriert ist. Dein ganzes Geld in ein oder zwei Aktien bzw. Unternehmen zu investieren, stellt ein solches Risiko dar. Ebenso ist es ein Klumpenrisiko, nur auf Aktien aus einem Land oder einer Branche zu setzen.

Angenommen, du investierst im Extremfall in zwei Aktien aus der Chemiebranche und demselben Land. Dann braucht es nur wenige Faktoren, wie zum Beispiel einen steigenden Ölpreis, eine rückläufige wirtschaftliche Entwicklung, möglicherweise steigende Transportkosten oder höhere Zölle in wichtigen Absatzmärkten, um dein Depot auf Talfahrt zu schicken.

Sofern du nicht in breit gestreute ETFs investierst, solltest du deine Investitionen in einzelne Aktien mindestens nach Branchen, Regionen und Unternehmen unterschiedlich aufteilen. Es gibt genug Unternehmen, aus denen du auswählen kannst, um dein Risiko gering zu halten. Lege niemals alle Eier in einen Korb, wie es so schön heißt.

Was bedeutet Marktliquiditätsrisiko?

Hinter dem Begriff der Marktliquidität verbirgt sich nichts anderes als die Handelbarkeit deiner Aktien. Das Marktliquiditätsrisiko (oft auch nur Liquiditätsrisiko genannt) sagt also nichts über verfügbare Geldmittel aus, sondern darüber, wie einfach sich eine Aktie kaufen oder verkaufen lässt.

Während große Unternehmen wie Apple, Alphabet oder BASF an beinahe allen Handelsplätzen handelbar sind und sich immer Käufer oder Verkäufer finden, sieht es bei sehr kleinen Unternehmen oft anders aus. Oft sind sehr kleine Unternehmen, die vielleicht sogar in Nischenmärkten aktiv und sehr erfolgreich sind, nicht an allen großen Börsen für den Handel gelistet. Auch kann es sich um eher unbekannte Unternehmen handeln, die durchaus gute Investments darstellen können, aber nur einer kleinen Anzahl von Anlegern bekannt sind. Oder es sind neu entstandene Unternehmen, die von einem größeren Unternehmen abgespalten wurden und noch nicht wirklich an der Börse etabliert sind.

Wenn du solche Unternehmen kaufen oder verkaufen möchtest, kann es schwierig werden. Vielleicht ist eine solche Aktie über deinen Broker verfügbar, aber es gibt weder Angebot noch Nachfrage in nennenswertem Umfang oder ausreichender Regelmäßigkeit. Wenn du sie dann doch einmal gekauft hast, stehst du beim späteren Verkauf möglicherweise vor der Herausforderung, überhaupt wieder einen Käufer zu finden. Es kann sich über Tage, wenn nicht sogar Wochen hinziehen, bis ein Verkauf zustande kommt. Möglicherweise musst du sogar den Verkaufspreis immer weiter senken, bis sich ein Käufer findet.

Außerdem kann es passieren, dass zwischen Kauf- und Verkaufskurs (Spread) ein größerer Unterschied besteht, wodurch der Kauf oder Verkauf zusätzlich teurer werden kann. Wie ein Spread entsteht und warum er deine Rendite beeinflussen kann, erfährst du im Artikel „Gebühren beim Investieren: Wie sie deine Rendite beeinflussen“.

Was bedeutet Währungsrisiko und welche Rolle spielt es?

Viele Anleger denken zunächst, ein Währungsrisiko besteht nur, wenn sie direkt in Dollar, Yen oder andere Fremdwährungen investieren. Tatsächlich spielt es aber auch beim Kauf von Aktien eine Rolle, wenn die Unternehmen, in die du investierst, nicht im Euroraum ansässig sind oder ihre Aktien in einer anderen Währung gehandelt werden.

Wenn du als Anleger aus dem Euroraum in ein US-Unternehmen investierst, ist dieses Unternehmen in der Regel auch an einer US-Börse notiert. Die Aktie wird dort in US-Dollar gehandelt. Kaufst du diese Aktie dagegen über eine deutsche oder europäische Börse, siehst du zwar einen Aktienkurs in Euro, dieser basiert aber trotzdem auf der Umrechnung des Dollar-Kurses in Euro.

Das bedeutet: Auch wenn du deine Aktie in Euro kaufst und dein Depot in Euro geführt wird, kann die Entwicklung des Wechselkurses zwischen Euro und Dollar deine tatsächliche Rendite beeinflussen. Steigt der Dollar gegenüber dem Euro, kann sich das positiv auf deine Rendite auswirken. Verliert der Dollar dagegen an Wert, kann ein Teil deiner Kursgewinne durch die Währungsentwicklung wieder verloren gehen.

Ein einfaches Beispiel mit der Annahme, dass der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar identisch ist. Man spricht hier auch von Parität.

Die Aktie kostet 100 Dollar. Aufgrund des 1:1-Wechselkurses zahlst du dafür 100 Euro.

Anschließend steigt die Aktie um 10 Prozent auf 110 Dollar. Da der Wechselkurs unverändert ist, entspricht das zunächst ebenfalls 110 Euro. Einige Tage später verliert der Dollar gegenüber dem Euro jedoch an Wert. Für einen Euro bekommst du nun 1,10 Dollar.

Auf dein Investment wirkt sich das folgendermaßen aus: Die Aktie notiert an der US-Börse weiterhin bei 110 Dollar. Durch den schwächeren Dollar entspricht dieser Wert umgerechnet aber nur noch 100 Euro. Obwohl die Aktie also in Dollar gestiegen ist, hast du in Euro gerechnet keinen Gewinn gemacht.

Grundsätzlich kann es also von Vorteil sein, US-Aktien zu kaufen, wenn der Euro stark beziehungsweise der Dollar schwach ist. Umgekehrt kann es beim späteren Verkauf oder bei Dividendenausschüttungen nachteilig sein, wenn der Dollar gegenüber dem Euro an Wert verliert, da deine Gewinne dadurch reduziert werden können. In diesem Fall würdest du eher von einem starken Dollar und einem schwachen Euro profitieren.

Außerdem sagt die Börsenheimat eines Unternehmens nicht automatisch etwas über das tatsächliche Währungsrisiko aus. Gerade große, international tätige Konzerne sind in vielen Ländern und damit auch in unterschiedlichen Währungen aktiv. Ein deutsches Unternehmen kann durch viele Exporte in die USA genauso vom Dollar abhängig sein wie ein amerikanisches Unternehmen vom Euro, wenn es beispielsweise viele Produkte in Europa verkauft.

Für die Unternehmensbilanz werden die Einnahmen und Ausgaben aus verschiedenen Ländern am Ende wieder in die Heimatwährung umgerechnet. Dadurch können Wechselkurse je nach Unternehmen durchaus einen spürbaren Einfluss auf Umsatz, Gewinn und letztendlich auch auf die Entwicklung der Aktie haben.

Was ist das Zinsrisiko und wie wirkt es sich aus?

Auf den ersten Blick mögen Zinsen für Anleger, die in Aktien oder ETFs investieren, nicht wirklich relevant sein. Tatsächlich solltest du die Entwicklung der Leitzinsen jedoch im Blick behalten, da sie sich auch auf deine Investitionen auswirken kann.

Während der 2010er-Jahre waren die Leitzinsen in vielen Ländern sehr niedrig. In der Eurozone lagen sie zeitweise sogar bei 0 %. Hintergrund waren unter anderem die Finanz- und Staatsschuldenkrise sowie das Ziel der Zentralbanken, die Wirtschaft anzukurbeln. Das hatte zur Folge, dass Sparer auf Tages- und Festgeld kaum noch Zinsen erhielten und auch Staatsanleihen nur sehr niedrig verzinst waren. Für Unternehmen und Privatpersonen, die investieren oder eine Immobilie kaufen wollten, war das dagegen ein Vorteil, da Kredite vergleichsweise günstig zu bekommen waren.

Auch die Aktienmärkte profitierten von diesen niedrigen Zinsen. Aktien gehörten über viele Jahre zu den wenigen Anlageformen, mit denen sich überhaupt noch nennenswerte Renditen erzielen ließen. Entsprechend floss in dieser Zeit viel Geld an die Börsen.

Im Jahr 2022 begannen die Zentralbanken weltweit dann wieder damit, ihre Leitzinsen deutlich anzuheben. Dadurch wurden Tages- und Festgeld sowie Anleihen wieder attraktiver. Ein Teil des Geldes floss deshalb aus den Aktienmärkten in andere Anlageklassen. Gleichzeitig verteuerten sich Kredite für Unternehmen und Privatpersonen.

Steigende Zinsen können Investitionen erschweren und die Gewinne von Unternehmen belasten. Insbesondere kapitalintensive Unternehmen, wie beispielsweise Immobiliengesellschaften, oder Wachstumsunternehmen, die viel Geld für ihre Expansion benötigen, können darunter leiden. Da an der Börse oft bereits zukünftige Gewinne eingepreist sind, können steigende Zinsen auch die Aktienkurse belasten. Umgekehrt können sinkende Zinsen Aktien wieder attraktiver machen und sich positiv auf die Bewertung und die Kurse auswirken.

Aber selbst wenn das Zinsumfeld günstig ist, bedeutet das noch lange nicht, dass jede Aktie automatisch ein gutes Investment ist. Entscheidend ist auch, welchen Preis du für das Unternehmen bezahlst.

Was verbirgt sich hinter dem Bewertungsrisiko?

Das Bewertungsrisiko beschreibt die Gefahr, dass du eine Aktie möglicherweise zu teuer kaufst. Selbst sehr gute und „alte“ Unternehmen können phasenweise höher bewertet werden – abhängig von der allgemeinen Marktstimmung, Trends und vielen weiteren Faktoren. An der Börse ist nicht nur die Qualität eines Unternehmens ausschlaggebend, sondern auch der Preis, den Anleger dafür bezahlen.

Auch wenn ein Unternehmen hervorragende Produkte und Dienstleistungen anbietet und langfristig Umsatz und Gewinn steigern kann, kann eine Überbewertung vorhanden sein. Die hohen Erwartungen der Anleger an die künftige Entwicklung treiben dann die Aktienkurse nach oben. Da Bäume bekanntlich nicht in den Himmel wachsen, ist es durchaus möglich, dass diese positive Entwicklung irgendwann ins Stocken gerät oder der Kurs sogar wieder fällt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch davon, dass ein Unternehmen „in seine Bewertung hineinwachsen“ muss.

Dieses Phänomen ist häufig bei Wachstums- oder auch Tech-Unternehmen zu beobachten, wenn diese ihre Quartalszahlen veröffentlichen. Die hohen Erwartungen der Anleger wurden nicht erfüllt und die Aktie wird abgestraft. Das passiert teilweise sogar dann, wenn die Schätzungen der Analysten genau getroffen oder sogar übertroffen wurden. Wenn der Markt trotzdem mehr erwartet hat, als tatsächlich geliefert wurde, kann die Aktie im Nachgang fallen.

Umgekehrt bedeutet das aber auch nicht, dass günstig bewertete Unternehmen automatisch die bessere Wahl sind. Auch eine niedrige Bewertung kann Gründe haben. Deshalb sollte immer eine intensivere Beschäftigung mit Nachrichten, Kennzahlen, Aktienanalysen und dem Geschäftsmodell erfolgen, bevor du investierst.

Dividendenkürzungsrisiko: Was passiert, wenn die Dividende sinkt?

Das Risiko, dass ein Unternehmen die Dividende kürzt oder sogar komplett aussetzt, besteht grundsätzlich immer. Unternehmen sind nicht verpflichtet, Teile ihres Gewinns an die Aktionäre auszuschütten. Gerade wenn du in ein Unternehmen wegen der Dividende investiert hast, sendet eine Kürzung natürlich ein negatives Signal und kann die Planung deiner erwarteten Einnahmen deutlich verändern.

Eine Dividendenkürzung kommt in den meisten Fällen jedoch nicht plötzlich über Nacht. Oft gehen dieser Maßnahme schwierige wirtschaftliche Entwicklungen sowie rückläufige Umsätze und Gewinne voraus. Die gute Nachricht ist: Auch wenn solche Maßnahmen zunächst schmerzen, kann es ein Zeichen dafür sein, dass das Management umsichtig und verantwortungsvoll handelt und sich dadurch finanziellen Spielraum für den Abbau von Schulden, Investitionen oder eine Neuausrichtung verschafft.

Nicht jede Dividendenkürzung ist deshalb automatisch schlecht zu bewerten. Manche Unternehmen kehren nach einer schwierigen Phase wieder zu einer Ausschüttung zurück – möglicherweise von einer niedrigeren Basis aus und mit moderateren Steigerungen als zuvor. Kein Unternehmen möchte seine Investoren schließlich länger als unbedingt nötig enttäuschen.

Als Anleger solltest du deshalb nicht nur auf eine hohe Ausschüttung achten, sondern auch darauf, ob ein Unternehmen diese langfristig halten oder sogar steigern kann, ohne dabei zu stark am freien Cashflow oder den Gewinnen zu zehren.

Die wichtigsten Risiken kurz zusammengefasst

  • Kursrisiko: Schwankungen gehören dazu, ein Verlust wird erst beim Verkauf real
  • Insolvenzrisiko: Im schlimmsten Fall droht ein Totalverlust
  • Klumpenrisiko: Streue über Unternehmen, Branchen und Regionen
  • Marktliquiditätsrisiko: Kleine, wenig gehandelte Aktien lassen sich schwerer verkaufen
  • Währungsrisiko: Auch bei Auslandsaktien in Euro-Notierung kann der Wechselkurs deine Rendite beeinflussen
  • Zinsrisiko: Steigende Zinsen können Aktienbewertungen belasten
  • Bewertungsrisiko: Auch gute Unternehmen können zu teuer eingekauft werden
  • Dividendenkürzungsrisiko: Ausschüttungen sind nie garantiert


Wie du jetzt weißt, gibt es beim Kauf von Aktien ein paar Risiken, derer du dir bewusst sein solltest, bevor du investierst. Die Wahrscheinlichkeit, dass eines, mehrere oder gar alle eintreten, ist je nach Strategie, Aktienauswahl, Anlagehorizont und gewissenhafter Recherche unterschiedlich hoch.

Gänzlich ausschließen kannst du jedoch keines der Risiken. Wenn du jedoch weißt, wie Ereignisse zusammenhängen und beim Eintreten zu bewerten sind, kannst du in den meisten Fällen gelassener damit umgehen, ohne in Panik zu geraten und zu verkaufen.

Im richtigen Kontext betrachtet und mit der nötigen Ruhe kannst du dann auch schwere Marktphasen einigermaßen gelassen überstehen. Genau das zeichnet aus meiner Sicht einen guten Investor aus.

Meine persönlichen Erfahrungen

In meiner gesamten Zeit als Privatanleger habe ich alle der oben genannten Risiken bzw. deren Auswirkungen zu spüren bekommen. Eine Aktie, die ich heute gekauft habe, ist am nächsten Tag gefallen und auch über einen längeren Zeitraum auf „Tauchstation“ geblieben.

Absicherungen mit (Trailing-)Stop-Loss-Orders sind zum Beispiel eine Praxis, die ich bis heute bei Investments verfolge, bei denen ich mir nicht wirklich sicher bin, wie sie sich entwickeln, und bei denen ich eine mögliche negative Kursentwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt mitgehen möchte. Da ich aber langfristig investiere, storniere ich diese Orders nach einem gewissen Zeitraum auch wieder, wenn die Aktie einen gewissen „Gewinn-Puffer“ aufgebaut hat. Ich möchte ja nicht, dass die Aktie bei Marktschwankungen, wie sie eben hin und wieder vorkommen, verkauft wird.

Leider erlebe ich hin und wieder auch die Problematik mit der Marktliquidität. Auch wenn ich ganz bewusst keine „schwer“ handelbaren Unternehmen kaufe, kommt es leider auch immer wieder vor, dass durch eine Abspaltung (englisch: Spin-off) von Unternehmensteilen, aus denen dann neue Aktiengesellschaften gebildet werden, Mini-Positionen in meinem Depot auftauchen. Diese dann zu verkaufen, kann eine echte Geduldsprobe sein.

Aktuell habe ich drei Anteile im Depot, die aus einer Abspaltung von einem großen REIT entstanden sind. Diese Aktien liegen in einer Verwahrstelle in den USA, und es gibt derzeit keine Möglichkeit, sie einfach hier in Deutschland über Tradegate oder andere Börsenplätze zu handeln. Ich müsste dazu erst eine Umbuchung zu einer anderen Verwahrstelle veranlassen, und dann stellt sich immer noch die Frage, ob ich sie überhaupt verkauft bekomme. Da schon das Umbuchen Kosten verursacht und dann zusätzlich noch Gebühren für den Verkauf anfallen, lasse ich es lieber bleiben. Das Minusgeschäft ist in diesem Fall schon vorprogrammiert. Ich habe deshalb beschlossen, die Aktien so gut es geht zu ignorieren, und hoffe darauf, irgendwann in der Zukunft eine akzeptable Lösung zu finden. Bewusst Geld zu verlieren, ist ein Risiko, das ich nicht bereit bin einzugehen.

Genau solche Erfahrungen haben mir gezeigt, dass es beim Investieren nicht darum geht, Risiken vollständig zu vermeiden. Entscheidend ist vielmehr, sie zu kennen und bewusst mit ihnen umzugehen.

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