Strategie | Grundlagen Teil 2/10

Wie viel Geld sollte man als Anfänger eigentlich investieren?

Als Anfänger Geld investieren – aber wie viel eigentlich? Das ist eine der wichtigsten Fragen, die sich jeder Sparer früh stellt.

Wenn du dir den Grundlagen-Artikel aufmerksam durchgelesen hast, weißt du bereits, dass du zunächst deine Finanzen ordnen solltest.

Wenn du diesen Schritt gemacht hast, kennst du auch deinen finanziellen Überschuss – also den Betrag, den du monatlich sparen oder investieren kannst.

Nicht alles investieren, nur weil es möglich wäre

Angenommen, dir bleiben am Monatsende 200 Euro übrig, die du theoretisch investieren könntest.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass du diese 200 Euro auch komplett investieren musst.

Hast du berücksichtigt, dass du vielleicht auch mal in den Urlaub fahren, auf ein Festival gehen oder dir einfach zwischendurch etwas gönnen möchtest?

Sparen bedeutet schließlich nicht Entbehrung. Du willst ja auch noch leben.

Und der bereits angesprochene Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben ist dafür da, finanzielle Engpässe abzufedern – nicht um davon den Sommerurlaub zu bezahlen.

Wenn man Beträge trennt, schafft das schnell Klarheit

Deshalb kann es sinnvoll sein, vom tatsächlichen Überschuss noch einmal einen Teil bewusst zurückzulegen und zu sparen.

Am besten auf ein separates Tagesgeldkonto, sodass du nicht ständig in Versuchung gerätst, das Geld spontan auszugeben oder zu investieren.

Wie hoch dieser Betrag am Ende ausfällt, hängt natürlich auch von deinen persönlichen Ansprüchen und Zielen ab.

Schauen wir uns das an einem einfachen Beispiel an

Wenn dir – wie oben angenommen – 200 Euro pro Monat übrig bleiben, könntest du zum Beispiel:

  • 50 Euro auf ein Tagesgeldkonto überweisen
  • und die verbleibenden 150 Euro investieren

Das hat gleich mehrere Vorteile:

Zum einen erhältst du auf einem Tagesgeldkonto im Gegensatz zum Girokonto zumindest einen kleinen Zinssatz auf dein Geld.

Zum anderen schaffst du automatisch eine gewisse psychologische Trennung. Liegt das Geld auf einem separaten Konto, sinkt die Gefahr, es spontan auszugeben.

Die verbleibenden 150 Euro könntest du anschließend auf dein Verrechnungskonto einzahlen und damit deinen langfristigen Vermögensaufbau starten.

Da sich dein Einkommen im Laufe deines Arbeitslebens ändern wird, kannst du auch jederzeit deine Investitionssummen anpassen.

Warum Daueraufträge so sinnvoll sind

Das Entscheidende ist nicht Timing, sondern Konsequenz.

Und genau dabei helfen Daueraufträge enorm.

Am effektivsten funktioniert das oft direkt nach Gehaltseingang.

Du verteilst dein Geld also automatisch:

  • Betrag X aufs Tagesgeldkonto
  • Betrag Y aufs Verrechnungskonto für Investments

So musst du nicht jeden Monat neu überlegen, ob du sparen oder investieren möchtest – es passiert automatisch.

Struktur schafft Kontrolle

Natürlich sind alle genannten Zahlen nur Beispiele und persönliche Erfahrungswerte.

Jeder Mensch hat andere Lebensumstände, Ausgaben und Ziele.

Was jedoch fast immer gut funktioniert, ist die konsequente Trennung auf verschiedene Konten.

Das vermittelt schnell das Gefühl, die eigenen Finanzen besser im Griff zu haben – und genau das motiviert viele Menschen zusätzlich, langfristig dranzubleiben.

Und das Beste daran:
Anpassen kannst du später jederzeit alles – wichtig ist nur, überhaupt zu starten.

Wenn du weißt, wie viel du investieren möchtest, ist der nächste logische Schritt: Die Risiken beim Investieren verstehen und richtig einschätzen lernen. Denn gute Rendite gibt es leider nicht ohne.

Ein Blick hinter die Kulissen

Aus eigener Erfahrung kann ich die konsequente Trennung des Geldes direkt zum Zeitpunkt des Gehaltseingangs wärmstens empfehlen. Völlig egal wie hoch die Beträge sind – in dem Moment, in dem sie auf andere Konten verteilt werden, fällt es leicht, sie als abgeschrieben zu betrachten.

In meinem Fall überweise ich meine geplanten Investitionsbeträge auf das Verrechnungskonto. Da dort sämtliches Geld liegt – aus Dividendenausschüttungen, Aktienverkäufen oder dem monatlichen Investitionsbetrag – betrachte ich dieses Konto als eine Art „Firmenkonto“. Das Geld, das dort liegt, ist für mich quasi weg. Auch wenn es meins ist, steht es mir nicht mehr frei zur Verfügung. Es dient einzig und allein dem Investieren und Reinvestieren.

Das ist für mich eine bewusst hohe psychologische Hürde – eine, die ich nicht leichtfertig überwinde, ohne meine eigenen Ziele zu verraten.

Auf dem Tagesgeldkonto – wo auch mein Notgroschen liegt – sammle ich Rücklagen für Urlaub, Möbel und größere Anschaffungen. Deshalb ist meine persönliche Aufteilung am Ende eher 50/50, statt wie im Beispiel oben 25/75.

Und wenn ich doch einmal mehr für Investitionen benötige, kann ich es von dort holen – aber niemals umgekehrt.

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