Depot & Steuern | Grundlagen Teil 7/11
Depot eröffnen für Anfänger: So geht's
Aktualisiert: 19. Juni 2026
Ein Depot zu eröffnen klingt für die meisten Anfänger erstmal nach Papierkram, Gebühren und endlosen Vergleichen – dabei ist es einfacher als du denkst.
Viele Einsteiger verbringen Tage damit, das perfekte Depot zu suchen. Dabei ist das beste Depot am Ende oft das, das du tatsächlich eröffnest. In diesem Artikel zeige ich dir, wie eine Depoteröffnung funktioniert, worauf du achten solltest – und welche Fehler ich selbst gemacht habe
Was ist ein Wertpapierdepot und wozu brauchst du es?
Stell dir ein Depot wie ein normales Konto vor – nur dass dort statt Geld deine Wertpapiere verwahrt werden.
Ein Depot ist heutzutage immer mit einem sogenannten Verrechnungskonto verbunden. Dieses wird bei der Depoteröffnung automatisch mit eröffnet. Wenn du später Wertpapiere kaufen möchtest, musst du zunächst Geld auf dieses Verrechnungskonto einzahlen. Kaufst du dann Aktien oder ETFs, wird das Geld dort abgebucht und die gekauften Wertpapiere deinem Depot gutgeschrieben.
Beim Verkauf läuft es genau andersherum: Die Wertpapiere werden aus dem Depot ausgebucht und der Erlös landet wieder auf deinem Verrechnungskonto. Gleiches gilt auch für Dividendenausschüttungen.
Wie du ein Depot Schritt für Schritt eröffnest
Die Eröffnung eines Depots ist heutzutage sehr einfach.
Wenn du dich für einen Anbieter entschieden hast – egal ob klassische Bank wie Consorsbank oder Commerzbank oder ein sogenannter Neo-Broker wie Trade Republic – eröffnest du auf der jeweiligen Internetseite dein Depot. Dort füllst du ein Online-Formular mit deinen persönlichen Daten aus und erhältst anschließend eine Bestätigung.
Bevor das Depot freigeschaltet wird, musst du noch eine Identitätsprüfung durchführen. Damit wird sichergestellt, dass du auch wirklich die Person bist, die du bei der Anmeldung angegeben hast.
Die Verifizierung erfolgt meist auf zwei Wegen:
Online-Identifikation
Für die Onlinevariante benötigst du in der Regel nur ein Smartphone oder eine Webcam sowie deinen Personalausweis. Die meisten wählen heute den Weg der Online-Identifikation, weil sie in wenigen Minuten erledigt ist
Post-Ident-Verfahren
Beim sogenannten Post-Ident-Verfahren erhältst du ein Formular per Post oder als PDF-Datei zum Ausdrucken. Damit gehst du zusammen mit deinem Personalausweis zur nächsten Postfiliale und lässt dort deine Identität bestätigen.
Eine dritte Möglichkeit ist die Eröffnung eines Depots direkt bei deiner Hausbank. Wenn du dort bereits Kunde bist, ist deine Identität oft schon bestätigt und das Depot lässt sich teilweise mit wenigen Klicks eröffnen.
Welche Kosten bei einem Depot wirklich anfallen
Es gibt eine riesige Auswahl an Wertpapierdepots. Egal ob klassische Filialbank, Onlinebank oder Neo-Broker – sie alle haben ihre Vor- und Nachteile. Das perfekte Depot gibt es deshalb nicht.
Wichtig ist vor allem, auf die laufenden Kosten zu achten. Viele Anbieter werben zwar mit kostenlosen Depots, trotzdem können je nach Anbieter Gebühren anfallen.
Zum Beispiel für:
- Käufe und Verkäufe von Wertpapieren
- bestimmte ETF-Sparpläne
- oder zusätzliche Handelsplätze
Außerdem locken viele Banken und Broker Neukunden mit besonderen Aktionen oder vergünstigten Konditionen. Diese sind allerdings häufig zeitlich begrenzt oder an Bedingungen geknüpft.
Langfristig sind vor allem drei Bedingungen entscheidend, die ein Depot erfüllen sollte:
- Depot und Verrechnungskonto dauerhaft kostenlos
- ETF-Sparpläne günstig oder kostenlos ausführbar
- die Verfügbarkeit einer ausreichend großen Auswahl an Aktien und ETFs
Denn jeder Anbieter muss Geld verdienen – nur eben auf unterschiedliche Weise.
Neo-Broker, Onlinebank oder Filialbank – welche Wahl ist die richtige?
Nicht jedes Depot ist gleich – und das nicht nur wegen der Kosten.
Neo-Broker wie Trade Republic oder Scalable Capital sind komplett digital und in den meisten Fällen kostenlos oder sehr günstig. Andererseits sind sie auf das Wesentliche reduziert und die Bedienung läuft fast nur über eine App. Wenn du einen unkomplizierten und günstigen Start haben willst, könnte das eine Option sein.
- Gut geeignet, wenn du einen einfachen Start mit geringen Kosten möchtest.
„Klassische“ Online- oder Direktbanken wie ING, Consorsbank oder Comdirect sind in der Gebührenstruktur meist etwas teurer als Neo-Broker. Dafür wird jedoch in der Regel eine größere Auswahl an handelbaren Wertpapieren oder auch Handelsplätzen geboten. Der Kundenservice ist besser erreichbar, zum Beispiel per Telefon, und es gibt umfangreichere Analysetools die du nutzen kannst.
- Wenn du mehr Auswahl und Komfort bevorzugst, bist du hier meist besser aufgehoben.
Filialbanken wie Deutsche Bank oder Sparkassen bieten u.a. persönliche Beratung vor Ort. Das mag sich nach Sicherheit anfühlen, wird aber durch meistens deutlich höhere Gebühren teuer erkauft. Oft gibt es keine kostenlosen Depots, es entstehen Kontoführungsgebühren, höhere Handelsgebühren und so weiter. Außerdem sind die Plattformen oft weniger intuitiv.
- Für Einsteiger oft die teuerste, aber emotional bequemste Variante.
Welche Option die für dich passende ist, hängt von dir ab und worauf du Wert legst. Maximale Kosteneffizienz, Benutzerfreundlichkeit, breite Auswahl an Produkten und Handelsplätzen oder persönliche Beratung. Du hast die Qual der Wahl.
Welcher Depot-Anbieter für Anfänger sinnvoll ist
Das perfekte Depot gibt es nicht – und genau das ist der wichtigste Punkt. Denn während viele tagelang vergleichen, ist der entscheidende Schritt eigentlich ein anderer: überhaupt anzufangen.
Alles andere kannst du später jederzeit anpassen. Auch ein Depotwechsel zu einem anderen Anbieter ist heutzutage in der Regel problemlos möglich. Aktien und ETFs können dabei meist kostenfrei übertragen werden.
Wie es nach der Depoteröffnung weitergeht
Wenn dein Depot eröffnet ist, stellt sich die wichtigste Frage: Welche und vor allem wie viele Aktien und ETFs solltest du eigentlich kaufen?
Meine persönlichen Erfahrungen
Mein erstes Depot war ein Reinfall, anders kann ich es rückblickend leider nicht sagen. Schuld war ich jedoch selbst. Ich habe mich vorher nicht informiert, was es zum damaligen Zeitpunkt alles auf dem Markt gab. Also bin ich naiv davon ausgegangen, dass meine „Wenn’s um Geld geht…“-Bank, mich schon gut beraten und faire Konditionen bieten würde. Schließlich hatte ich dort auch mein Girokonto gehabt, das ich mit 8 Jahren oder so, eröffnet hatte.
Immerhin wurde ich persönlich „beraten“ und am Ende des Gesprächs, nachdem das Depot eröffnet war, hab ich auch noch ein Formular unterschrieben in dem ich bestätigt habe, dass ich umfassend und verständlich informiert wurde. Im Nachhinein würde ich nicht mehr sagen, dass ich damals wirklich verstanden habe, worauf ich mich einlasse.
Ich war jedenfalls einfach stolz darauf, ein Depot zu haben und endlich durchzustarten. Wolf of Wall Street, Ahooo! 🙂
Im Laufe der Zeit habe ich realisiert: jede Kleinigkeit kostete Gebühren. Eine platzierte Order hat Geld gekostet – egal ob sie ausgeführt wurde oder nicht. Wenn du als Anfänger dann ein bisschen ausprobierst mit Limit-Orders die nur einen Tag gültig sind und nicht ausgeführt werden, kommt da schnell was zusammen. Auch die Gebühren für ausgeführte Orders waren vergleichsweise hoch. Aber wie oben geschrieben, jeder muss irgendwie Geld verdienen. Ebenso war die ganze Depotübersicht ziemlich umständlich und nicht mehr zeitgemäß.
Nach rund einem halben Jahr habe ich dann angefangen zu vergleichen und mir die Konditionen anderer Banken angeschaut. Als erstes habe ich bemerkt, dass „meine“ Bank auch noch ein anderes Depot mit anderen Konditionen anbietet. Ich habe mich dann etwas „verschaukelt“ gefühlt, um es freundlich auszudrücken. Immerhin wurde ich ja angeblich gut und vollständig informiert.
Das hat mich dann auch zusätzlich motiviert, zu einer anderen Bank zu wechseln. Nicht nur mit dem Depot, sondern Girokonto gleich mit.
Nachdem ich dann zwei bis drei Online- bzw. Direktbanken verglichen habe, habe ich mich für die Consorsbank entschieden. Ich sage das auch ganz offen ohne Werbung machen zu wollen. Sicherlich gibt es noch günstigere Alternativen. Für mich waren am Ende die kostenlose Depot- und Kontoführung, transparente Gebühren, die große Auswahl an Sparplänen und die übersichtliche Bedienung ausschlaggebend. Und die Hotline ist auch sehr freundlich und hilfsbereit. Okay, klingt doch wie Werbung. Keine Absicht, nur die Freude meinerseits, einen Fehler bemerkt und korrigiert zu haben.
Wenn’s um Geld geht … vergleiche kurz.
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